Alexander Görlach hat geschrieben „Brennpunkt Hongkong. Warum sich in China die Zukunft der freien Welt entscheidet.“ Hamburg 2020, 176 S. Er gilt als Ostasien-Experte. Jan Küveler hat ihn für die „Literarische Welt“ (12.12.20) interviewt. In dem Interview vergleicht Küveler Francis Fukuyamas (geb. 1952) Buch „Das Ende der Geschichte“ (1992) mit Samuel Huntingtons (1927-2008) „Der Kampf der Kulturen“ (1996).
Literarische Welt: Muss man rückblickend konstatieren, der optimistische Fukuyama habe sich getäuscht und der pessimistische Huntington Recht behalten?
Görlach: Fukuyama wird oft zu Unrecht für seine Aussagen in dem Buch getadelt. Man sieht doch, dass die Menschen in Taiwan, Hongkong und neuerdings Thailand die Freiheiten wollen, die in der Demokratie verwirklicht sind. Insofern hatte Fukuyama doch recht. Gerade am Beispiel Chinas, aber auch Russlands und der Türkei sehen wir, wo Fukuyama zu idealistisch war. Es wird, leider Gottes, immer Feinde der Freiheit und der Menschlichkeit geben.