„Dieser Auftritt Meuthens war für ihn und seinen Kurs zwingend. Er wirkte wohlüberlegt, das Risiko klar kalkuliert. Meuthen musste nach den üblen Vorfällen im Bundestag ein Zeichen setzen, wenn er weiter ernst genommen werden wollte mit seinem Ansinnen, die Rechtsaußen-Partei zu einer bürgerlichen Kraft zu formen. Was sich danach in einer schonungslosen Konfrontation in Kalkar entlud, offenbarte die tiefe Spaltung der AfD.“ (Jens Schneider, SZ 30.11.20) Die Partei war zuletzt immer weiter an den rechten Rand gerückt. Die bisher gewollte Einheit zwischen Rechtskonservativen und Rechtsextremisten (Höcke, Gauland, Weidel et alii) schadet der Partei zunehmend.
Meuthens Hinweis, dass es absurd sei von einer Diktatur in Deutschland zu sprechen, in dem man frei einen Parteitag wie diesen abhalten konnte, war schlagend.
Und im Gegensatz zu seinen Vorgängern im Amt, Bernd Lucke und Frauke Petry, hat Jörg Meuthen es geschafft, in der Partei nicht alleine gelassen zu werden. Am zweiten Tag des Parteitags stellten sich vielfach Vertreter des gemäßigten Lagers auf seine Seite. „Wer stärker ist, weiß man nicht. Die Abstimmung darüber, wurde abgesagt. … Meuthen will die Partei auf einen weniger radikalen Weg führen, Schritt für Schritt.“