3147: „Grünes Gewölbe“-Raub: 3 Festnahmen

Bei einer Großrazzia mit 1.640 Beamten des Bundes und der Länder Berlin und Sachsen sind drei 23- bis 26-jährige Personen in Neukölln festgenommen worden, die beschuldigt werden, im November 2019 den Kunstraub im Dresdener „Grünen Gewölbe“ begangen zu haben. Allen von uns, die die sächsischen Kunstschätze, den sächsischen Kunstverstand und Sachsens Rolle in Deutschland schätzen, fällt ein Stein vom Herzen. Zwei weitere je 21 Jahre alte Beschuldigte werden noch gesucht. Sie werden des schweren Bandendiebstahls und der Brandstiftung beschuldigt. Die Beschuldigten sind deutsche Staatsbürger, entstammen aber einem arabischen Clan. Es wurden 18 Objekte, darunter Wohnungen, Garagen und Fahrzeuge durchsucht. Den Angaben der Polizei zufolge wurden noch keine Juwelen und andere geraubte Kunstschätze gefunden (dpa, SZ 18.11.20).

Sachsen war ja in letzter Zeit durch Kräfte wie Pegida und AfD in Verruf geraten. Aber das ist nicht wirklich Sachsen. Das Sachsen, das wir schätzen, hat eine ähnlich große Bedeutung für Deutschland wie in anderer Weise Bayern oder Nordrhein-Westfalen. Sachsen war nie so militaristisch wie Preußen, in religiösen Angelegenheiten eher tolerant, kunstsinnig, weltoffen, verbunden mit Italien uswusf. Wir können und wollen darauf nicht verzichten. Nicht zu vergessen: Restschlesien um Görlitz. Und wir denken an den Dresdener Kreuzchor, die Leipziger Thomaner, die wieder aufgebaute Dresdener Frauenkirche, an Erich Kästner, Peter Schreier und Gerhard Richter.

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