1. Unter Donald Trump ziehen sich die USA immer mehr aus ihrer Führungsrolle im Westen zurück und betreiben eine nationalistische und protektionistische Politik. Das ist ungefähr das Gegenteil dem, was den Westen im Hinblick auf die Menschenrechte und ökonomisch stark macht.
2. 1989 herrschte die Illusion vom „Ende der Geschichte“ und von der Dominanz der USA.
3. Der Niedergang begann bereits in den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts mit der Abwanderung der ersten Industriebranchen und der Konzentration auf die Finanzmärkte in den Achtzigern.
4. Die Folge davon war, dass immer mehr Menschen zurückblieben und viele Dörfer und Städte verfielen, jedenfalls in bestimmten Vierteln.
5. Heute sind viele Familien medikamentenabhängig, und die Polizei hat die Kontrolle über einschlägige Viertel verloren.
6. Die ehemaligen Kohle- und Stahl-Regionen hat man sich selbst überlassen („Rust Belt“).
7. An weiten Teilen der US-Bevölkerung gehen die Vorzüge der Tech-Industrie und ihre zukunftsträchtigen Aussichten vorbei. Junge Talente werden aus dem Ausland geholt.
8. Das US-Bildungssystem versagt und spaltet die Gesellschaft.
9. Der Mittelbau aus Facharbeitern fehlt in den USA.
10. Auf den Feldern von Stahl, Spielzeug und Bekleidung haben die USA nicht mehr das erforderliche technische Know How.
11. Die durchschnittliche Produktivität ist in den USA nicht genügend.
12. Das US-Steuersystem begünstigt die Reichen.
13. Das Gesundheitssystem ist desolat und für die meisten US-Bürger gar nicht zugänglich. Das wird als „freiheitlich“ verkauft und von vielen US-Bürgern auch so gesehen.
14. Die Lebenserwartung in den USA ist niedrig (im Vergleich mit Westeuropa).
15. Die USA brauchten mehr Gemeinsinn, damit nicht so viele Millionen Bürger zurückgelassen würden (Claus Hulverscheidt, SZ 2./3./4.10.20).