Der Berliner Flughafen (BER) sollte am 24. Mai 2012 eröffnet werden. Nun, am 31. Oktober 2020, ist es wahrscheinlich so weit. Zwischendurch gab es Probleme mit der Sicherheitsinstallation und weitere Pannen, Undurchsichtigkeiten und Absurditäten. Das „German Engineering“ hatte versagt. Wie schon beim Stuttgarter Bahnhofsloch, dem Schummel-Diesel und der Elb-Philharmonie.
In Istanbul wurde ein Großflughafen in vier Jahren errichtet. Aber der ist mit dem BER kaum zu vergleichen. „Berlins neuer Flughafen ist eine perfekt konzipierte, perfekt konstruierte Maschine.“ Die Architekten Gerkan, Marg und Partner (gmp) sind dafür verantwortlich. Vorfeld, Terminal und die Airport City mit den peripheren Nutzungen (Parkhäuser, Hotels, Firmengebäude) liegen zwischen den beiden Landebahnen. Wachstum ist geplant, damit es keinen Wildwuchs gibt wie in Heathrow. Alle Maße entsprechen dem Grundmodul von 1,25 Metern. Bis hin zum Achsmaß der Flugzeugpositionen (43,75 Meter).
Elegantes Design prägt die Atmosphäre. Mit gedeckten Farben. Plakatflächen und Transparente sind in das Gestaltungssystem eingebunden. Die kurzen Wege von Tegel sind hier nicht zu erreichen. Trotzdem gibt es vergleichsweise kurze Strecken. Man steigt im Untergrund aus dem Zug, fährt zwei Rolltreppen hoch auf die Abflugebene und findet sich direkt in der Halle zum Check-in wieder. Der Passagier erkennt seinen Weg fast intuitiv. Die Gates richten sich nach den Flugzeugen der Kategorie C, Kurz- und Mittelstreckenmaschinen. Sie machen 90 Prozent der Flugzeuge aus.
Ziel ist ein Standzeit von 30 Minuten. Angestrebt ist die „bestorganisierte Gepäckabfertigungshalle“. Abgabeschalter werden nicht von den Airlines, sondern vom BER betrieben. 8.000 Gepäckstücke haben auf den Parkbändern in der mit 100 mal 180 Meter Abmaßen rekordverdächtigen vollautomatisierten Verteilerhalle Platz.
BER hat das Zeug dazu, aus den Schlagzeilen zu kommen (Falk Jaeger, FAZ 25.7.20).