2957: Das deutsche Volk bewies 1990 Vernunft.

Reinhard Mohr hat den Vorteil, dass er als ehemaliger Linker die Verirrungen der einschlägigen Intellektuellen besser und schärfer be- und verurteilen kann als andere. Er zeigt (Die Welt 25.7.20), dass Autoren wie

der Schriftsteller Günter Grass und der Philosoph Jürgen Habermas

die Vereinigung Deutschlands vor 30 Jahren nie wollten.

Der Soziologe Oskar Negt und der „postsozialistische Wendehals“ Gregor Gysi

stellten ab auf das „unsterbliche Ideal des Sozialismus“ und die „sozialistische Renaissance“.

Schon 1990 fragte Monika Maron, die den real existierenden Sozialismus besser kannte als die Sozialisten aus dem Westen, zurück, warum denn, bitte schön, nur die DDR die angeblich von „der Geschichte“ verhängte Kollektivstrafe absitzen musste. Grass tat so, als sei es uns „auferlegt“, „in zwei Staaten zu leben“. Auf der Linken kam schnell die Parole auf „Nie wieder Deutschland“, die Rede war von „nationalem Taumel“, von „Hinrichtungsvorbereitungen“ und vom „Vierten Reich“. Darauf konnten und können wir komplett verzichten.

„Das Resümee 30 Jahre später: Sieht man von den Rechts- wie Linksterroristen aller Couleur ab, von durchgeknallten Reichsbürgern, depperten Vollautonomen, verwirrten Aluhutträgern, Islamisten, Erdogan-Fans, Putin-Apologeten und Sektenpredigern, dann hat das deutsche Volk einschließlich aller Neubürger weitaus mehr Vernunft bewiesen als alle jene Kulturschaffende, deren Hauptaufgabe schon von Berufs wegen das klare Denken sein müsste. Wenn das nicht Mut zur Zukunft macht.“

Bei manchen Protagonisten frage ich (W.S.) mich, wie viel tausend Seiten sie eigentlich schreiben müssen, um zu belanglosen Ergebnissen zu gelangen oder sich vollkommen zu irren. Seien wir froh, dass sie politisch keinen allzu großen Einfluss haben. Ihre Verweigerung der Wiedervereinigung Deutschlands korrespondiert wohl am ehesten mit denjenigen, welche die Bundesrepublik Deutschland insgesamt ablehnen.

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