2814: Heinz Bude: Grüne und FDP kriegen Probleme.

Für den Kasseler Soziologen Heinz Bude geht mit der Corona-Pandemie eine Ära des Liberalismus (Individualismus) zu Ende. Dazu befragt ihn Tilman Gerwien (Stern, 2.4.20):

Stern: Bei uns haben FDP und Grüne die umfassende Liberalisierung am stärksten propagiert: die FDP wirtschaftlich, die Grünen kulturell. Wenn die liberale Erzählung jetzt in sich zusammenfällt, müssten beide große Probleme bekommen.

Bude: Das erwarte ich. Noch vor kurzem sah es so aus, als ob der zentrale kulturelle Konflikt zwischen AfD und Grünen ausgetragen werden würde. Und die traditionellen Volksparteien schauten von den Rändern zu, wie’s ausgeht. Die Grünen waren für die Lockerheit im Verhalten und für den Ernst des Gewissens zuständig, die AfD für Groll und Missmut. Aber die Konfliktlinien haben sich fundamental verschoben. Wir erleben in der Krise eine Renaissance der Volksparteien. Es wächst die Einsicht: Wir brauchen eben doch Parteien, die im vorpolitischen Raum Konzepte austesten, unterschiedliche Interessen zusammenbringen und nicht Ein-Thema-Ansätze verfolgen wie die AfD mit dem Migrations- und die Grünen mit dem Klimathema. …

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