2782: Warum viele Ossis das neue Deutschland nicht mögen.

1. Die ersten freien Volkskammerwahlen am 18. März 1990 hatten ein eindeutiges Ergebnis. 75 Prozent der Stimmen bekamen die Parteien, die den Weg zur deutschen Einheit konsequent weitergehen wollten.

2. Die überwiegende Mehrheit der Wähler wollte, dass der Westen dominierte.

3. Die Transformation der DDR wurde von den meisten Menschen gewünscht.

4. Nicht gerechnet hatten die meisten mit der totalen Überformung der eigenen Lebenswelt.

5. Die DDR-Bürger erzwangen die schnelle Einführung der D-Mark, um endlich am westlichen Konsum teilnehmen zu können.

6. Durch die Rasanz des Wandels wurde vielen der Boden unter den Füßen weggezogen.

7. Es kam auf die Rede von der „Kolonisierung“, von der „Entwertung der Biografien“ und von der Ignoranz, Überheblichkeit, Profitgier und der Herrschaftsattitüde des Westens.

8. Die Tatsache, dass man diese Entwicklung selbst erzwungen hatte, geriet in Vergessenheit.

9. Der Westen wurde als neue „Herrschaftsform“ verstanden.

10. Die SED-Nachfolgepartei Die Linke bekam vielerorts 20 Prozent der Wählerstimmen. Heute erreicht die AfD häufig ein Viertel der Wähler (Matthias Geis, Die Zeit 19.3.20).

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