1. Europa sieht sich in der Weltpolitik hauptsächlich drei Mächten gegenüber: China, Russland und den USA, einer klassischen Diktatur, einer verklemmten Putin-Diktatur und der ehemaligen westlichen Führungsmacht, die jetzt von einem Angeber und Lügner angeführt wird.
2. Wenn Europa souveräner und schlagkräftiger agieren will, muss es sich a) stärker einigen und b) um die Staaten des Westbalkans erweitern.
3. Unsere Vorstellungskraft reicht ja angesichts der Annektion der Krim 2014 aus, uns vor Augen zu führen, wo Europa stünde, hätte es nicht die Erweiterung von NATO und EU gegeben. Nur ausgemachte politische Spießer können das nicht erkennen.
4. Zur EU gehören schon die Staaten Kroatien, Ungarn, Rumänien, Bulgarien und Griechenland.
5. Die Westbalkanländer Serbien, Montenegro, Kosovo, Bosnien-Herzegowina, Albanien und Nordmazedonien sollten ebenfalls dazustoßen.
6. Das würde in den betreffenden Staaten alsbald mehr Wohlstand, unabhängige Gerichte und die Bekämpfung der Korruption mit sich bringen. Und für uns mehr Exportmöglichkeiten.
7. Schon heute investieren Unternehmen aus der EU dort. In Serbien übertreffen die westeuropäischen Investitionen bei weitem die russischen. Das wissen viele Leute nicht.
8. Auf dem Westbalkan sind heute schon auch China, Russland und die Türkei tätig, von ihrer Struktur her „Schurkenstaaten“.
9. Albanien, Montenegro und bald Nordmazedonien gehören der NATO an. Sie sind somit Verbündete von 21 der 27 EU-Mitglieder.
10. Der Westbalkan könnte heute schon in EU-Förderprogramme einbezogen werden.
11. Nordmazedonien hat Reformen durchgeführt und im Namensstreit mit Mazedonien Geschick bewiesen.
12. Albanien könnte mehr Rechtsstaat wagen (Matthias Kolb, SZ 7.2.10).