Die Schriftstellerin Jagoda Marinic´zeigt in der SZ (31.10./1.11.19), dass Peter Handke die vom UN-Kriegsverbrechertribunal in den Haag festgestellten serbischen Kriegsverbrechen leugnet, die zwischen 1992 und 1995 von Serben an muslimischen Bosniern begangen worden sind. Die „Mütter von Srebrenica“ verlangen von ihm deswegen, den Literaturnobelpreis zurückzugeben. 1996 erschien in der SZ der einschlägige Handke-Text „Gerechtigkeit für Serbien“, der später in serbischen Zeitungen nachgedruckt worden ist. Der serbische General und Kriegsverbrecher Ratko Mladic hatte von seinen Anwälten verbreiten lassen, einige Massaker hätten die bosnischen Muslime wohl selbst inszeniert, um die Serben als Täter dastehen zu lassen. Die serbische Dramatikerin Biljana Srbljanovic bezeichnete Handke 2007 als „Westhure“. Als sie verlangte, dass Handke statt auf die Beerdigung von Slobodan Milosecic mit einer Trillerpfeife zur Gegendemonstration gehen möge, sagte Peter Handke: „Ach, die soll sich ihre Pfeife …“