2585: Erhard Eppler ist gestorben.

Im Alter von 92 Jahren ist Erhard Eppler gestorben. Er war ein grüner Sozialdemokrat, der bis ins hohe Alter in seinem Garten in Schwäbisch-Hall werkelte. Der evangelische Christ und demokratische Sozialist (Godesberger Programm) hatte seine politische Karriere Anfang der fünfziger Jahre in Gustav Heinemanns Gesamtdeutscher Volkspartei (GdP) begonnen. Von 1968 bis 1974 war Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit unter Kurt Georg Kiesinger (CDU) und Willy Brandt (SPD). Helmut Schmidt (SPD) entließ ihn. Auch Herbert Wehner (SPD) hatte Probleme mit dem belesenen und gradlinigen Eppler. Er nannte ihn „Pietcong“.

Erhard Eppler war prädestiniert für das Amt des Vorsitzenden der Grundwertekommission der SPD. Manche nannten ihn das „Gewissen der Partei“. Er war die Verkörperung der Nachhaltigkeit in der Politik. Seine Autobiografie „Links leben“ erschien 2015. „Das Wichtigste ist Glaubwürdigkeit.“ In den Kommissionen, die Eppler leitete, wurde akribisch gearbeitet. Er sagte über sich selbst, er sei einer, „der viel von Karl Marx gelernt hat, der aber versucht, vom Neuen Testament her zu leben, zu denken und zu handeln“. Zweimal war er Präsident des Deutschen Evangelischen Kirchtags. 2003 hat er dazu beigetragen, dass Gerhard Schröder mit der Agenda 2010 durchkam (Heribert Prantl, SZ 21.10.19).

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