Deutschland ist der einzige Staat in der EU (28 Staaten) ohne ein generelles Tempolimit auf Autobahnen. Laut einer Umfrage würden 56,5 Prozent der Bevölkerung eine solche Geschwindigkeitsbegrenzung aber befürworten. Nur 16,8 Prozent lehnen eine Maximalgeschwindigkeit auf Autobahnen generell ab. Unter den Ablehnenden vermute ich vor allem solche Autofahrer, die nicht wie ich jedes Jahr mit dem Auto durch die Schweiz nach Italien oder durch Belgien nach Frankreich fahren. Sie können nicht wissen, wie angenehm der dort per Limit (120 bzw. 130 km/h) regulierte Verkehr verläuft. Und auch die Inländer zahlen (dies an die Adresse der Befürworter der rechtswidrigen Ausländermaut). Die Ausländermaut wird der Union (CDU/CSU) wegen der schon vor Vertragsschluss eingegangenen Verpflichtungen noch zu einem Problem. Dem unfähigen CSU-Verkehrsminister sowieso.
Die Grünen sind im Bundestag nun mit dem Antrag gescheitert, ein Tempolimit von 130 km/h auf deutschen Autobahnen einzuführen. Bei einer namentlichen Abstimmung haben mehrheitlich
CDU/CSU, SPD, AfD und FDP
insgesamt mit großer Mehrheit den Antrag abgelehnt. Für die Grünen zeigen lokale Tempolimits, dass die Zahl der bei Unfällen Getöteten und Verletzten bei einem Limit deutlich sinkt. Zugleich führt eine Geschwindigkeitsbegrenzung zu Einsparungen von CO 2-Emissionen. Auch der Verkehrssicherheit allgemein dient ein Tempolimit. Außerdem zeigt eine Studie der Denkfabrik Agora Verkehrswende, dass ein Tempolimit von 130 km/h von 2020 an die Kohlendioyxyd-Emissionen des Autoverkehrs in Deutschland um 1,1 bis 1,6 Prozent senken würde. Um die gleiche Reduktion mit weniger Autos zu erreichen, müssten 500.000 Mittelklassewagen auf einen Schlag aus dem Verkehr gezogen werden. Die ganze Maßnahme kostet nicht mehr als die Montage von ein paar Schildern. Günstiger kann ein Beitrag zum Klimaschutz nicht sein (epd/dpa 18.10.19; Christina Kunkel, SZ 18.10.19).