Nach den Migranten sind die Medien die Hauptgegner der AfD („Lügenpresse“). Das ist gerade in den ostdeutschen Bundesländern bizarr, wo es bis 1989 nur Propagandamedien („Propaganda, Agitation und Organisation“) gab. Und die Partei hat immer wieder Probleme mit dem freien Journalismus. So der Frontmann des „Flügels“, Björn Höcke. Ein Interview für die ZDF-Reihe „Berlin direkt“ hat er abgebrochen und dann dem Interviewer gedroht. „Ich kann Ihnen sagen, dass das massive Konsequenzen hat.“ Höcke wird im Interview zunächst gefragt, welche Anleihen es in seiner Sprache bei der NS-Terminologie gebe. Höcke erklärt sich wortreich, bis sein Pressesprecher eingreift und eine Wiederholung der Aufzeichnung verlangt. Dann bricht Höcke ab.
Dass Politiker mit dem Verlauf von Interviews nicht einverstanden sind, kommt immer wieder vor. 2017 verließ Wolfgang Bosbach (CDU) die Sendung „Maischberger“, im gleichen Jahr Alice Weidel (AfD) den „Wahltalk“. Helmut Kohl gab „Spiegel“ und „Stern“ keine Interviews. Etc.
Das ZDF hat das Interview-Fragment veröffentlicht (Elisa Britzelmeier/Jens Schneider SZ 17.9.19).