2536: Die Stimmung in Ostdeutschland

Zuletzt anlässlich der Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen hat eine große Schar von Kritikern und Analytikern sich mit der Stimmung in Ostdeutschland befasst. Ohne allerdings sehr präzise Ergebnisse liefern zu können. Das sage ich auch selbstkritisch. Mehr oder weniger wurde abgestellt auf die Nicht-Anerkennung ostdeutscher Biografien, niedrige Löhne und Renten, drohende Altersarmut, Übernahme durch den Westen, Demütigungen, Verbitterung, Unmut, Fliehkräfte. Die Lage ist in dieser Hinsicht äußerst unbefriedigend. Bei einigen  dieser Unbestimmtheiten hat Frank Pergande (FAS 15.9.19) versucht, sie richtigzustellen:

1. In Ostdeutschland wachsen Wirtschaft, Lebensqualität und Einkommen.

2. Dort sind die Renten im Schnitt geringfügig höher als im Westen.

3. Altersarmut ist eher ein Westproblem.

4. Die Infrastruktur im Osten ist oft besser als im Westen.

5. Auch im Westen gibt es „abgehängte Regionen“.

6. Eine Ursache der schlechten Stimmung sind manche ostdeutschen Politiker wie Manuela Schwesig und Martin Dulig, welche die DDR kaum noch aus eigenem Erleben kennen.

7. Dafür aber den schwierigen Übergang in den neunziger Jahren, der den Ostdeutschen tatsächlich manches abverlangt hat.

8. Das gilt in ähnlicher Weise für junge Wissenschaftler wie Stefan Mau und Ilko-Sascha Kowalczuk, die durchaus bemerkenswerte Studien über den Osten vorgelegt haben, aber immer vernachlässigen, was schon geschafft ist.

Lassen wir die Kirche also im Dorf. Und wenn die Menschen mitgekriegt haben, dass die AfD an Lösungen gar kein Interesse hat, sondern nur daran, den Finger in die Wunde zu legen, wird auch dieses Problem nicht weiter wachsen, sondern geringer werden.

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