E-Scooter werden als ein Einstieg in die Verkehrswende gepriesen, sie entlasteten die Innenstädte und drängten den Auto-Verkehr mit seinem großen CO 2-Ausstoß zurück. Zwar müssten Abstellorte und Höchstgeschwindigkeit noch gefunden werden, dann aber käme das Vergnügen des lautlosen durch die Stadt-Gleitens. Was mit Fahrradanhängern, E-Bikes und Liegerädern geklappt habe, werde auch bei E-Scootern funktionieren.
Das alles kann sich als große Illusion erweisen.
Heute schon ist der städtische Verkehr eine Kampfzone, in der Rücksichtslosigkeit an der Tagesordnung ist. Wir werden behindert durch wahllos abgestellte Roller, die Aufgänge und Gehwege blockieren, Fahrer, die den Bürgersteig als Slalompiste nutzen, steigende Unfallzahlen. Überall versucht man, das Chaos durch strengere Regeln zu ordnen. Deren Einhaltung lässt sich aber schwer kontrollieren. In San Francisco wurden die Leihroller kurzfristig ganz verboten. Und werden die Menschen durch E-Scooter häufiger auf das Auto verzichten?
Wer glaubt, dass E-Scooter unter ökologischen Gesichtspunkten fast so gut sind wie Fahrradfahrer und Fußgänger, täuscht sich. Die E-Scooter haben eine Lebensdauer von nur wenigen Monaten, danach sind sie Elektroschrott. Sie laden sich nicht von selbst, sondern müssen geladen werden. Dazu fahren Transporter herum. Bald wird ausgerechnet sein, wie viel Dieselkilometer dadurch zustande kommen. E-Scooting ist eine besonders teure Form der Mobilität.
Sie bevorzugt Junge und Reiche.
„Wer etwa in München für seine sogenannte letzte Meile jeden Werktag für fünfzehn Minuten einen E-Scooter nutzt, zahlt deutlich mehr als für ein Monatsticket des ÖPNV.“
(Laura Hertreiter, SZ 14./15.8.19; Peter Fahrenholz, SZ 14./15.8.19)