Unsere innere und äußere Sicherheit muss von Polizisten und Soldaten gewährleistet werden. Das ist manchmal leichter gesagt als getan. Und wir können hier und da nur Verständnis für den Frust der hauptsächlich jungen Leute haben. So schreibt Martin Klingst: „Wer immer aufs Neue denselben Drogendealer verhaften und wieder freilassen muss, weil die Justiz ihn nicht einsperren will oder kann, richtet seinen Frust gegen jene, die er für die Missstände verantwortlich macht:
die Ausländer.“
„Auch Soldaten haben Grund für großen Unmut, die Bundeswehr ist in einem desolaten Zustand. Noch folgen die meisten dem Ideal des demokratischen Staatsbürgers in Uniform. Doch in einer
unzufriedenen Freiwilligenarmee,
die ohne das Korrektiv der jungen Wehrpflichtigen auskommen muss, könnte dieses Ideal eines Tages schwer durchsetzbar geworden sein.“
Unfassbarer Weise gibt es keine Untersuchung, kein Register, das die einschlägigen Disziplinarverfahren auflistet. In der Bundeswehr dienen 180.000 Soldaten, bei den Polizeibehörden von Bund und Ländern 260.000 Beamte. Bei der Bundespolizei soll es nach eigenen Zählungen in den letzten fünf Jahren insgesamt 27 rechtsextremistische Verdachtsfälle gegeben haben. Die Bundeswehr zählte 2017 rund 160 solcher Vorkommnisse.
„Das sind nicht viele Fälle, aber Kriminologen vermuten, dass es weit mehr gibt und dass sich nur kaum jemand traut, Kollegen anzuschwärzen.“
(Martin Klingst, Die Zeit 27.6.19)