Kiran Klaus Patel gelingt es in seinem neuen Buch,
Projekt Europa. Eine kritische Geschichte. München (C.H.Beck) 2018, 463 S., 29,95 Euro,
bei aller kritischen Analyse Europas positives Potential zu verdeutlichen. Das gelingt ihm in acht Fallbeispielen, in denen die europäische Dynamik im Detail gezeigt wird, ohne das Große und Ganze aus dem Auge zu verlieren. Patel erläutert, dass dies nur in der Kultur des Kompromisses auf dem Weg des Dauergesprächs (bis hin zu regelmäßigen persönlichen Kontakten) in kleinteiliger Arbeit gehen kann. Abseits des Absoluten und Unbedingten, die nur zu nationalistischen Irrwegen führen. Patels kluger Kommentar zum Thema „Elite“ und „Brüssel“ war fällig. Er registriert die Erträge der europäischen Einigung etwa im europäischen Recht, beschreibt die „Entgiftung“ von Kontroversen und skizziert quasi als Forschungsfeld eine europäische Vertrauensarbeit. Patel liefert die Bausteine für eine mitreißende Europaerzählung (Bernd Greiner, SZ 13.5.19).