Wie groß in Deutschland die Wohnungsnot in Städten und Ballungsgebieten ist, zeigt der Beginn des Volksbegehrens in Berlin zur Enteigenung von Wohnungsunternehmen. Ziel ist die Enteigung von Immobilienkonzernen mit mehr als 3.000 Wohnungen. Davon betroffen wären ein Dutzend Unternehmen mit insgesamt 240.000 Wohnungen. Nach Schätzungen des Senats würde die Vergesellschaftung Entschädigungen zwischen 29 und 36 Milliarden Euro nach sich ziehen. Für die Einleitung des Volksbegehrens sind 20.000 Unterschriften erforderlich, in einer zweiten Stufe 170.000, dann folgt der Volksentscheid. Die Linke unterstützt die Initiative. SPD und Grüne sind noch unentschieden.
Ob eine Enteignung angesichts der Entschädigungen und anderer Ausgleichszahlungen ein probates Mittel ist, bleibt umstritten (FAZ 6.4.19).