Corinna Budras (FAS 10.3.19) schreibt darüber, ob durch die Urheberrechtsreform der EU das Internet gefährdet wird.
„Die eine Seite, die Demonstranten auf der Straße, bemüht das Schreckensszenario der Zensur, wähnt die Freiheit in Gefahr. Die andere Seite pocht auf das Recht von Künstlern und sonstigen Kreativen, für ihre Leistung entlohnt zu werden, und warnt davor, was passiert, wenn der berühmte Artikel 13 nun doch nicht eingeführt wird. Die Plattformen im Netz wie Youtube würden weiterhin nicht dafür haften, wenn Urheberrechte ignoriert werden. Die permanente Regelverletzung würde zum Normalfall; die Plattformen, allen voran Youtube, würden profitieren.
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Bundesregierung wie EU-Parlament stellen sich jedenfalls nicht besonders geschickt an, wenn es darum geht, die Bedenken zu zerstreuen. Wer sich im Recht fühlt, muss ein sauberes Verfahren garantieren, ohne Nebelkerzen und untaugliche Versuche, die Termine für Abstimmungen zu verschieben. … Dem Austausch von Argumenten hilft das nicht. Den Preis dafür zahlen wir später.“
Tatsache ist: Eine dubios Kampagne namens „Create Refresh“ bietet Youtubern Geld für kritische Beiträge zur Urheberrechtsreform.
(Micki Meuser, Die Welt 9.3.19, Jürgen Grossmann, Die Welt 16.3.19, Constantin Van Lijnden, FAZ 16.3.19, Steffen J. Roth, SZ 18.3.19, Interview mit Reto Hilty, SZ 20.3.19)