2249: Digitalisierung funktioniert ohne Lehrer nicht.

Eine Studie der beiden Pädagogikprofessoren John Hattie (Neuseeland) und Klaus Zierer (Augsburg) zeigt, dass digitale Medien den Kern erfolgreichen Unterrichts nicht verändern können.

Der hängt weiterhin vom Lehrer ab.

Dazu sind 1400 Metastudien in die Analyse eingeflossen. Das sind solche, die bereits andere Untersuchungen zusammenfassen. „Den Glauben, die digitale Technik werde das Lernen revolutionieren, müssen wir zurückweisen.“ In seiner wegweisenden Großstudie „Visible Learning“ (2009) (800 Metastudien) hatte Hattie bereits belegt, dass erfolgreicher Unterricht auf der guten Beziehung von Schülern und Lehrer und dem Gespräch über das Gelernte basiere. Klaus Zierer: „Lernen bleibt Lernen.“

Positive Wirkungen durch den Einsatz digitaler Technik lassen sich beim Fremdsprachenunterricht feststellen. Beispielsweise durch Apps, die das Erlernen der Aussprache erleichtern. Gerade in der Mathematik und den Naturwissenschaften, wo der potenzielle Nutzen digitaler Technik als besonders groß gilt, bleibt der Effekt „deutlich hinter den Erwartungen zurück“. „.. durch das Mehr an digitalen Medien geht häufig die wichtige Zeit für die Reflexion mit den Lernenden verloren.“ Deutlich negativ wirken sich laut Studie die Nutzung des Smartphones und sozialer Medien in der Freizeit auf den schulischen Erfolg aus.

Die Studie zeigt Wege auf, digitale Technik mit Gewinn einzusetzen. Im Rahmen des sogenannten Flipped Classroom zum Beispiel. Diese Methode setzt darauf, in der Schule mehr Zeit für die Besprechung und die Vertiefung des Stoffs zu haben – indem die reine Wissensvermittlung aus dem Unterricht ausgelagert wird. Einige Lehrer lassen ihre Schüler zu Hause zu diesem Zweck Videos anschauen (Paul Munzinger, SZ 7.1.19).

Leave a Reply

You must be logged in to post a comment.