2248: Euro – 20 Jahre alt

Der Euro wird 20. Er hat viel für die Integration Europas und den Wohlstand Deutschlands getan. Daran ändert auch die unsachliche Kritik vieler Populisten und Nationalisten nichts. Der Euro hat zu mehr Handel, mehr Investitionen und mehr Stabilität geführt. Und, in den ersten zehn Jahren, zur Integration der Finanzmärkte. Der Euro hat von der Stärke und Glaubwürdigkeit der DM und der Bundesbank profitiert. Er ist zur zweiten Leitwährung der Welt geworden.

Deutschland braucht den Euro nicht nur aus wirtschaftlichen, sondern auch aus politischen Gründen. Denn das kleine Deutschland kann seine globalen Interessen nur dank eines starken Euro und eines geeinten Europa wahren. Die Behauptung, dass Deutschland durch den Euro zu viele Risiken übernehme, ist falsch. Eine Währungsunion ist eine Versicherungsunion. Darin werden die Risiken geteilt. Deutschland hat durch die Rettungskredite an andere Länder und die Geldpolitik der EZB keine Verluste erlitten, sondern hohe finanzielle Gewinne gemacht.

Einige der mit dem Euro verbundenen Hoffnungen konnten wegen der globalen Finanzkrise und der folgenden europäischen Finanzkrise nicht erfüllt werden. Es gibt also durchaus enormen Reformbedarf. Aber alle Rettungskredite wurden zurückgezahlt. Mit satten Gewinnen für den deutschen Fiskus. An falschen Investitionsentscheidungen trägt der Euro keine Schuld.

Angestrebt werden sollten die Vollendung des Binnenmarkts für Dienstleistungen, eine Kapitalmarktunion und eine funktionierende Bankenunion. Dadurch können die Risiken einer Krise und deren Ansteckungseffekte minimiert werden. „Der Euro war und ist ein Glücksfall für die deutsche Geschichte.“ (Marcel Fratzscher, SZ 7.1.19)

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