2237: Eva Menasses Buch des Jahres

„Mein Buch des Jahres ist

Hanno Rauterbergs Langessay ‚Wie frei ist die Kunst?‘ (Suhrkamp 2018).

Es ist eins dieser Bücher, an dessen Hand man plötzlich tiefer, freier und vor allem auch weniger aufgeregt denken kann. Anders als die meisten Kombattanten der darin geschilderten Debatten – sei es um das Gomringer-Gedicht, die unzüchtig bekleideten Balthgus-Mädchen oder die Frage, ob ein Schauspieler, der einen Neonazi darstellt, auf der Bühne das Wort ‚Nigger‘ aussprechen darf – bewahrt der Autor die Contenance und seinen analytisch-abwägenden Blick, auch wenn die Ergebnisse, zu denen er kommt, beunruhigend sind. Ja, die Kunst ist nicht mehr so frei wie noch vor einigen Jahren. Und ja, das ist zweifellos eine direkte Folge der ‚Digitalmoderne‘, die ihre Meinungshoheit(en) ganz anders organisiert. Auch wer sich weniger für Kunst und Kunstmarkt interessiert, bekommt mit diesem Buch Pars pro Toto ein präzises Porträt unserer veränderten Gegenwart.“ (SZ 28.12.18)

 

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