2125: Aufklärung gegen Digitalkapitalismus

Die digitalen Konzerne wie Google, Facebook und Co haben es geschafft, jeden Versuch, geltende Rechtsregeln auf ihre Unternehmen anzuwenden, als Angriff auf die Freiheit und auf die Existenz des Internets aussehen zu lassen. Im Europäischen Parlament wird heute über die Urheberrechts-Richtlinie abgestimmt, die versucht, das Urheberrecht zu stabilisieren, das ein Kernrecht der

Aufklärung

ist. Eine ganze Armada von Digitalkonzern-Lobbyisten und Netz-Aktivisten tun so, als stünde damit die Zerstörung des Internets bevor. Das ist himmelschreiender Unfug. Bei den Entrechteten und Enteigneten handelt es sich um Autoren und Komponisten, um Musiker und Regisseure, um Buch- und Presseverleger, um Film- und Fernsehproduzenten. Die Lobbyisten verteidigen die Gewinninteressen von Google und Co.

Das Urheberrecht gibt es seit der Aufklärung. Immanuel Kant hat es in seiner Schrift „Von der Unrechtmäßigkeit des Büchernachdrucks“ den Autoren zugewiesen. Ein Werk gilt seither als wirtschaftlich verwertbarer Teil seines Schöpfers. Das Urheberrecht bildet eine Mauer, die die geistige Leistung des Urhebers umgibt. Für sie muss gezahlt werden. Ein Honorar oder eine Lizenz.

„Das EU-Parlament verteidigt also nicht einfach irgendein Recht. Es verteidigt den Geist der Aufklärung. Es verteidigt ihn gegen den Digitalkapitalismus.“ (Heribert Prantl, SZ 12.9.18)

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