2033: Eva Menasse über gender-gerechte Sprache

„Ich werde niemals gender-‚gerecht‘, niemals nach der neuen Rechtschreibung, nicht nach dem Duden oder dem Österreichischen Wörterbuch schreiben, ich werde immer ungerecht, subjektiv, stur und nach meiner eigenen Facon schreiben. Sexisten und Rassisten dürfen weiterhin in meinen Texten auftreten, sonst wäre das literarische Abbild der Welt ja geschönt. Falls das eines Tages nicht mehr möglich sein sollte, werde ich gar nicht mehr schreiben. Dann werde ich mich bei Wasserin und Brotin in ein mannshohes, frauenrundes Gender-I aus Plexiglas einsperren lassen und mich dem Spott der Massinen und Massen anheimgeben. Am besten stellt man mich in die Nähe der Berliner Alice-Salomon-Hochschule aus. Bis dahin halte ich das Motto hoch, das kein Gender-I braucht, obwohl gleich zwei böse ‚er‘ drinstecken: Heiter und locker bleiben!“ (Die Zeit 7.6.18)

 

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