Die SPD steht nicht gut da. Sie ist von externen Beobachtern auf 108 Seiten analysiert worden : „Aus Fehlern lernen.“ Die Analyse fällt schonungslos aus. Das spricht für die SPD und ihre Parteivorsitzende Andrea Nahles. Bis hinein in die SPD-Spitze haben sich Misstrauen und Eigennutz breitgemacht. Insofern erschien Angela Merkel manchen sozialdemokratischen Wählern als sinnvolle Entscheidung, weil die SPD nicht einmal mehr Wahlkampf könne.
Die SPD ist Spezialistin in Selbstbeschädigung. Da setzt sie das ursozialdemokratische Projekt des Mindestlohns erfolgreich durch, um es dann vollständig kleinzureden. Was soll das? Der Wähler weiß bei vielem nicht, was die tatsächliche Position der SPD ist: Rüstung, Zuwanderung, Russland, USA unter Trump. Das muss anders werden. Noch hat die SPD die Chance, aber vielleicht nicht mehr lange.
Nestwärme gibt es bei der SPD nicht mehr. Ihre ehemaligen Spitzenkandidaten Sigmar Gabriel und Martin Schulz werden vollständig dekonstruiert. Insbesondere über Gabriel fällt das Urteil vernichtend aus. Das ist m.E. ganz ungerecht. Als Außenminister etwa war Gabriel sehr gut! „Nimmt die SPD die Fehleranalyse ernst, dürfte sich für Martin Schulz ein Comeback bei der Europawahl wohl erledigt haben.“
Andrea Nahles ist auf einem schmerzhaften, aber richtigen Weg (Mike Symanski, SZ 12.6.18).