Es hört sich reichlich banal an, wenn wir immer wieder sagen müssen, die Pressefreiheit sei unter Druck. Aber sie ist einer der wichtigsten Indikatoren für Demokratie. Ist die Pressefreiheit erst einmal futsch, folgen bald die anderen Menschenrechte.
Die Angriffe auf die Pressefreiheit werden nicht zuletzt von den Extremisten von rechts und links unter den Schlagwörtern
Lügen-Presse,
System-Medien,
Mainstream-Medien
und in den sozialen Medien geführt, die von ihrer Struktur her zur Fälschung (Propaganda, Public Relations, Werbung) tendieren.
Manchmal sind Angreifer darunter, welche die Medien noch nicht einmal gut genug kennen. Nicolas Richter schreibt dazu in der SZ (15.3.18):
„Gleichwohl muss sich der Journalismus wappnen gegen neue populistische Angriffe auf seine Glaubwürdigkeit. Er muss sein Handwerk pflegen wie nie: objektiv, fair und differenziert berichten, seine Methoden erklären, seine Fehler korrigieren. Dem Fake-News-Vorwurf muss die Presse ein Great-News-Gebot entgegensetzen: Die gute, ja beste Nachricht ist nicht die, die irgendwem in den Kram passt, sondern diejenige, die stimmt.
Für diese Arbeit ist Freiheit notwendig, auch Angstfreiheit. Ist diese Freiheit bedroht, müssen Volk, Staat und EU sie verteidigen. Wie in der US-Verfassung vorhergesehen, bleibt die Pressefreiheit ein Maß dafür, ob eine Gesellschaft frei ist. Ein Land, in dem Journalisten Angst haben oder sterben, ist kein freies Land.“