1897: Neue postideologische Welt

1. Wir sollten uns von der Idee der Nachkriegsgesellschaft mit ihren relativ klaren ideologischen Strukturen (rechts, links etc.) weitgehend verabschieden.

2. Heute gebärdet sich ein formal kommunistisches China (VR China) wie eine turbokapitalistische Warenschleuder.

3. Ein neuer

Dualismus

zwischen dem a) liberalen und dem b) identitären Lager beherrscht die Szene.

4. Die SPD hat sich noch nicht entschieden, ob sie sich zum liberalen Lager zählen will oder an alten Werten festhält, mit denen sie dann keine Mehrheit mehr bekommt.

5. Die SPD funktioniert als sozialpolitisches Gewissen des liberalen Blocks.

6. Das Leben wird heute „vom liberalen Paket aus Individualismus, Menschenrechten, Demokratie und freiem Markt beherrscht“ (Juval Noah Hariri, Israel).

7. Den Liberalismus verkörpern Angela Merkel und Emmanuel Macron, die an eine Welt des freien Daten- und Warenflusses, der offenen Grenzen und der schrankenlosen Mobilität glauben.

8. Der Marxismus von heute steht wie bei Thomas Piketty für Marktwirtschaft mit menschlichem Antlitz.

9. Sich in jeder Hinsicht von der Welt abzuschotten, hält heute nur noch Nordkorea durch.

10. Die Menschen wollen ihr iPhone und brauchen deshalb den Packerjob bei Amazon.

11. Die Linke definiert sich heute über Werte wie

a) Minderheitenschutz, b) Feminismus, c) Transparenz,

die auch als liberale Forderungen durchgehen.

12. Rechtspopulisten und Nationalisten spielen sich heute als einzige Konkurrenz zum Liberalismus auf. Sie stahlen der Linken die

a) Kapitalismuskritik und den b) Antiamerikanismus. Sie ergänzen  das durch c) Fremdenhass.

13) Donald Trump betreibt eine wirtschaftliche Abschottungspolitik wie sie in Argentinien die Linksperonisten befürworten.

14) In Zeiten hoher Beschleunigung wächst bei vielen Menschen die Sehnsucht nach Geborgenheit, Gerechtigkeit, familiärer Verankerung und Identität.

15) Die postindustrielle Gesellschaft ruft heute als Gegenbewegung die Identitären auf den Plan. Wie im 19. Jahrhundert die Industrialisierung die Romantik (Sebastian Schoepp, SZ 24./25.2.18).

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