NS-Raubkunst ist weiter ein deutsches Problem. Dazu sagt der Vorsitzende des Jüdischen Weltkongresses, Ronald Lauder, der selbst Kunstsammler ist, in einem Interveiw mit Katrin Lorch (SZ 13.2.18) u.a.:
„Vor zwanzig Jahren waren die Deutschen diejenigen, die anderen Nationen gezeigt haben, wie wichtig es ist, Raubkunst den rechtmäßigen Besitzern zurückzugeben. Und heute? Was hält die Deutschen davon ab, einfach zu prüfen, was in den kritischen Jahren, also zwischen 1933 und 1945, angekauft wurde? Und das vollständig öffentlich zu machen. Eigentlich ist der Auftrag doch klar. Aber statt Raubkunst-Fälle öffentlich zu machen, werden immer wieder die gleichen Entschuldigungen vorgebracht. Es läge am Föderalismus, was bedeutet, dass immer jemand anders das Problem lösen müsse, es läge an den Ländern, den Kommunen, den privaten Stiftungen. Es sind immer die gleichen Ausreden.
…
Ich bin frustriert. Ich kenne Deutschland, es ist eines der Länder mit den höchsten juristischen Standards der Welt. Man sagt: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Ich frage mich allerdings, was erreicht werden kann, wenn der Wille zwar auf höchster Ebene existiert, nicht aber von allen anderen Personen, die auf diesem Gebiet arbeiten, geteilt wird. Und die Dinge werden immer komplizierter: Der Besitzer ist tot, es ist zuviel Zeit vergangen. Man verschanzt sich häufig hinter den deutschen Datenschutz- und Stiftungsgesetzen, die es angeblich nicht erlauben, Stiftungsvermögen herauszugeben. Die Landesregierungen wiederum sind gebunden durch das Haushaltsrecht, staatliches Vermögen muss geschützt werden. Man könnte viel tun, aber es geschieht nichts.
…
Es gibt den fünften Cousin des zweiten Onkels des Bruders der Frau. Viele Museen in Deutschland haben aber offensichtlich auch vergessen, dass sie sich gar nicht so sehr auf die aktuellen juristischen Auseinandersetzungen konzentrieren müssen, sondern auf die
ursprünglichen Besitzer und deren Fälle.
Es geht vor allem darum, ihnen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, denen man das Fehlen von Erben ja nicht anlasten kann. …
…“
Kommentar W.S.: Das Ganze ist eine Schande für Deutschland!