Die Mint-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) sind zweifellos sehr wichtig. Das bestreitet niemand. Und es ist auch nicht zu bestreiten. Diese Fächer haben es in der letzten Zeit zudem geschafft, sich durch geschickte Propaganda in den Vordergrund zu schieben. Dadurch leidet die Erkenntnis ihrer Wichtigkeit an deren propagandistischen Verbreitung.
Es griffe aber viel zu kurz, wenn wir uns nur Gedanken über die Qualität der Lehrer in diesen Fächern machten. Und nicht auch an die Fächer Deutsch, Geschichte, Gemeinschaftskunde und die alten und neuen Sprachen dächten. Denn hier gibt es ähnliche Verheerungen bei der Qualität der Lehrer wie bei den Mint-Fächern. Im Gegensatz zu mir kennen Sie nicht den Deutschlehrer, der Heinrich Heine nicht gelesen hat. Oder den Gemeinschaftskundelehrer, dem die Sozialstruktur der DDR unbekannt ist.
Das brauchen einfache Mint-Kollegen ja nicht zu wissen. Aus deren Kreis werden aber manchmal im politischen Feld Vorschläge von so bizarrer Ahnungslosigkeit gemacht, dass es mir zu denken gibt.
Ein mir persönlich sehr gut bekannter Französischlehrer steht hinter dem vielsagenden Satz: „Wie schön wäre es, wenn die Französischlehrer in Deutschland Französisch können würden.“
Fröhliche Weihnachten!