Die Präsidentin der Humboldt-Universität Berlin, Sabine Kunst (SPD), verteidigt in einem Interview mit Paul Munzinger (SZ 12.9.17) Stellenbefristungen an Universitäten.
SZ: SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat angekündigt, die willkürliche Befristung von Arbeitsverträgen abschaffen zu wollen. Fühlen Sie sich angesprochen?
Kunst: Nein. Es gibt eine ganze Reihe von befristeten Arbeitsverträgen in der Wissenschaft. Aber mit Willkür hat das nichts zu tun.
…
SZ: Könnte man die Stellen nicht .. entfristen?
Kunst: Das können sich die Universitäten nicht leisten. Wir sind zu knapp genäht. Was wir brauchen, ist mehr Grundfinanzierung durch den Bund. Zum Glück gibt es Schritte in diese Richtung. Aus der Exzellenzstrategie etwa werden künftig Mittel direkt in den Haushalt fließen, sicheres Geld also.
SZ: Wenn Sie das Geld hätten, würden Sie also alle Mitarbeiter unbefristet anstellen?
Kunst: Nein. Es gehört zum Kern der Wissenschaft, einen Wechsel zu haben. Es ist wichtig, sich an die Zeiten zu erinnern, als der Anteil der unbefristeten Mitarbeiter hoch war, etwa in der DDR. Da war das System so festgefahren, dass dies für uns keine Alternative ist.