1593: SZ ohne Sachbuchliste

Die SZ stellt die Veröffentlichung der Liste „Sachbücher des Monats“, die sie bislang gemeinsam mit dem NDR präsentiert hat, ein. Damit zieht sie die Konsequenzen aus der unzureichenden und intransparenten Nominierungspraxis, die dazu geführt hatte, dass das rechtsextreme Buch „Finis Germania“ des Historikers Rolf Peter Sieferle auf die Juni-Liste geraten war. Am Sonntag war SZ-Redakteur Jens Bisky aus der Jury ausgetreten. Auch der NDR setzt die Zusammenarbeit mit der Jury aus. Die Liste mit Empfehlungen einer unabhängigen Jury wird seit mehr als 15 Jahren vom NDR, der SZ und dem „Börsenblatt“ des deutschen Buchhandels veröffentlicht.

Der Jury gehören an: René Aguilar (Deutschlandradio), Jens Bisky (SZ), Rainer Blasius (FAZ), Daniel Haufer (Berliner Zeitung), Jörg-Dieter Kogel (Radio Bremen), Wolfgang Ritschl (ORF), Johannes Saltzwedel (Der Spiegel), Jacques Schuster (Die Welt), Elisabeth von Thadden (Die Zeit), Uwe Justus Wenzel (NZZ). Mitglieder sind auch mit Herfried Münkler ein Professor (HU Berlin) und freie Autoren wie Otto Kallscheuer und Ludger Lütkehaus.

Am Montag hat sich die Jury von Buch und Verlag distanziert und die Nominierung bedauert. Der Titel sei durch die Akkumulation von Punkten eines einzelnen Jurors, nämlich Johannes Saltzwedel (Der Spiegel), auf die Liste gekommen. Saltzwedel trat am Montag aus der Jury zurück. Er gab an, er habe „bewusst ein sehr provokantes Buch“ zur Diskussion stellen wollen (SZ 12. und 13.6.17)

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