Es versteht sich für mich von selbst, dass die Flüchtlinge, die zu uns kommen, unsere politische Kultur übernehmen müssen. Und sich integrieren. Allerdings hat Bassam Tibi schon 2006 gemeint: „Das Problem ist: Deutschland kann den Fremden keine Identität anbieten, weil die Deutschen selbst kaum eine haben. Das ist wohl einen Folge von Auschwitz.“
Wenn wir uns auf die Suche nach unserer Identität machen, stoßen wir auf die Grundrechte (Art. 1-19 Grundgesetz) und unsere deutsche Sprache. Die Grundrechte beinhalten in Kurzfassung nach Grundgesetz-Artikeln geordnet folgendes:
1: Schutz der Menschenwürde, 2: Freiheit der Person, 3: Gleichheit vor dem Gesetz, 4: Glaubens- und Gewissensfreiheit, 5: Freie Meinungsäußerung, Informations-, Presse- und Rundfunkfreiheit, 6: Schutz von Ehe und Familie, 7: Elternrecht, staatliche Schulaufsicht, 8: Versammlungsfreiheit, 9: Vereinigungsfreiheit, 10: Brief- und Telefongeheimnis, 11: Recht auf Freizügigkeit, 12: Freie Berufswahl, 12 a: Wehrdienst/Zivildienst, 13: Unverletzbarkeit der Wohnung, 14: Eigentumsgarantie, 15: Überführung in Gemeineigentum, 16: Staatsangehörigkeit, Auslieferung, 16 a: Asylrecht, 17: Petitionsrecht, 19: Rechtsweggarantie.
Diese Grundrechte finden wir in rudimentärer Form erstmals 1215 in der Magna Charta Libertatum in Großbritannien, damals ein Abwehrrecht des Adels gegen den König. In Europa kämpften einige Menschen für die Religionsfreiheit. Daraus erwuchs der Wunsch zur Meinungs- und Publikationsfreiheit, schließlich die Wissenschaftsfreiheit. Usw. 1776 wurden die Virginia Bill of Rights erklärt. Im gleichen Jahr die Menschenrechte mit der US-amerikanischen Unabhängigkeitserklärung. 1789 die Menschen- und Bürgerrechte in Frankreich. Das Grundgesetz gilt seit 1949. Es wurde einge Male ergänzt und geändert. 1953 kam die Europäische Menschenrechtskonvention hinzu.
Die deutsche Sprache wird repräsentiert von Schriftstellern wie Gotthold Ephraim Lessing, Johann Wolfgang Goethe, Friedrich Schiller, Georg Büchner, Heinrich Heine, Theodor Fontane, Thomas Mann, Heinrich Mann, Gottfried Benn, Bertolt Brecht, Erich Maria Remarque, Wolfgang Koeppen, Günter Grass, Siegfried Lenz, Uwe Johnson und Martin Walser. Keine schlechte Liste.
Deutschsein und Weltoffenheit sind lange keine Gegensätze mehr (vgl. W.S.: Deutsche Diskurse. Hamburg. 2 Aufl. 2009, S. 183-194).