Die französische Filmzeitschrift „Cahiers du Cinéma“ wurde 1951 gegründet. Sie gehörte zu den führenden Zeitschriften für Film. Zu ihren Redakteuren zählten
Francois Truffaut, Claude Chabrol, Eric Rohmer, Jacques Rivette und Jean-Luc Godard.
Sie entwarfen eine „politique des auteurs“, den Autorenfilm. Danach war der Regisseur für die Qualität eines Films maßgeblich. Mehrere Kritiker der „Cahiers“ wurden selbst Filmemacher und zu Stars der „Nouvelle Vague“. Sie hatten großen Einfluss auch in Deutschland.
Die Zeitschrift hat in letzter Zeit von ihrem legendären Ruf gezehrt. Vor zwei jahrzehnten wurde das Blatt von „le Monde“ übernommen, dann an einen englischen Verleger verkauft. Die Auflage betrug zuletzt 12.800 Exemplare. Nun ist die Zeitschrift an Eigentümer verkauft worden, die mit der Filmbranche verbunden sind. Daraufhin trat die Redaktion geschlossen zurück. Kritik wie Lob im Solde von Filmproduzenten würde unglaubwürdig, begründeten die Redakteure ihren Schritt (Jürg Altwegg, FAZ 29.2.20).