Anlässlich des Jahreswechsels klagt eine Psychotherapeutin aus Norddeutschland über die vielen Meckerer unter ihren Patienten (Die Zeit 27.12.19). Sie ist – aus meiner Perspektive – jung, 32 Jahre alt. Sie hat nach eigenen Angaben pro Jahr 100 Patienten in Einzel- oder Gruppentherapie:
1. Die Patienten jammern im Durchschnitt sehr viel, insbesondere die Menschen zwischen 50 und 60, die Generation der Babyboomer.
2. Viele haben sich in ihrer Opferrolle gut eingerichtet.
3. Zentral ist bei ihnen die Orientierung an ihrer Arbeit, sie sind leistungsorientiert. Da ist der Akku bald leer.
4. Schuld an der Misere sind immer die anderen, der Chef, die Therapeutin, die ganze Welt.
5. Da lässt sich der Frust gut auf das Establishment, die Politiker oder „die da oben“ projizieren.
6. Fraglich ist, wie sich die Meckerei auf die Gesellschaft auswirkt.
7. Viele können nicht artikulieren, was sie zufrieden macht. Sie wissen nicht, was sie wollen. Wir finden auf Führungsposten in Politik und Wirtschaft Menschen, die nicht gelernt haben, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen.
8. Diese Menschen müssen lernen, auf sich selbst zu hören.
9. Wenn wir Hunger haben, denken wir doch auch daran, was wir essen möchten. Das funktioniert vor allem bei Männern.
10. Für unser Wohlbefinden ist es zentral zu wissen, was wir wollen. Und das dann auch tun.