Der knappe Ausgang der SPD-Kandidatenwahl, Olaf Scholz/Klara Geywitz vor Norbert Walter-Borjanz/Saskia Esken, zeigt, dass die SPD tief gespalten ist. Das erste Paar ist für die große Koalition, das zweite dagegegen. Nach der Stichwahl bleibt also die eine Hälfte der SPD frustriert zurück.
Olaf Scholz ist für mich ein sehr solider Politiker ohne Charisma. Norbert Walter-Borjanz halte ich es zugute, dass er als nordrhein-westfälischer Finanzminister dafür gesorgt hat, dass die Steuer-Dateien aus der Schweiz gekauft wurden, damit die Steuerhinterzieher belangt werden konnten.
Ähnlich bei der CDU. Eine Wahlniederlage nach der anderen, eine ungeschickte Parteivorsitzende, die manche gute Idee schlecht oder zum falschen Zeitpunkt lanciert. Sie müsste doch wissen, dass die herrschenden pazifistischen Kreise in Deutschland kein stärkeres außenpolitisches Engagement wollen. Und sie hat das Pech, eine Frau zu sein. Die werden in der CDU besonders schnell entmachtet. Damit setzt sich der rechte Flügel durch (die Linnemänner et alii) einschließlich der Jungen Union. Und dann gibt es bei der CDU den Alfred-Dregger-Effekt: die Konservativen fühlen sich wohl, gewinnen aber keine Wahl mehr: das Ende der Volksparteien.
In der CSU konnte Markus Söder seine hastigen Schein-Reformen noch nicht einmal alle durchsetzen.
Die AfD profitiert von der Lage. Sie hat zwar kein schlüssiges Programm und noch nichts geleistet, aber vier Punkte sind es, die sie attraktiv machen: 1. Angst vor Veränderung, 2. Fremdenfeindlichkeit, 3. Nationalismus, 4. Ablehnung des Euro.
Die Grünen haben außer ihrer ökologisch richtigen Politik fast nichts (Außenpolitik, Sicherheit, Innenpolitik, innere Sicherheit, Sozialpolitik, Bildungspolitik usw.) zu bieten. Gehen sie zusammen mit den Kommunisten? Mal so und mal so?
Dann wählt mal schön.