2555: Edward Snowden warnt vor totaler Überwachung.

2013 schockierte er die USA und die ganze Welt. Der Computerspezialist Edward Snowden, der damals in Diensten der Nationalen Sicherheitsbehörde NSA stand und entdeckt hatte, dass die Regierung Bush ein gigantisches Massenüberwachungsprogramm aufgelegt hatte, setzte sich nach Hongkong ab. Seit sechs Jahren lebt er in Moskau, seit die USA seinen Pass gesperrt haben. In seinem Buch

Permanent Record. Frankfurt/Main (Fischer) 2019, 432 S., 22 Euro,

warnt er beredt vor totaler Überwachung. Der Junge aus North Carolina wurde durch den Terrorangriff am 11. September 2001 politisch. Nach einem Umweg über das Militär wurde er Systemadministrator der CIA. 2009 wechselte er zum NSA. Und er war schockiert, als er bemerkte, dass die USA ganz ähnliche Überwachungsmethoden anwandten wie die totale Diktatur China. Die US-Regierung setzte die Technik nicht ein, um die USA zu schützen, sondern um sie zu kontollieren. Das Internet war zum Repressionsinstrument geworden. Snowden befürchtet, dass demnächst auch noch genetische Informationen benutzt werden, um die Menschen vollständig zu bändigen. Für Donald Trump ist eines klar, dass Snowden den Tod verdient hat.

(Thomas Assheuer, Die Zeit 19.9.19; Snowden-Interview von Stefan Aust, Charlotte Krüger und Martin Scholz, Die Welt 14.9.19; Snowden-Interview von Frederik Obermaier und Bastian Obermayer, SZ 14./15.9.19; Julia Encke, FAS 15.9.19)

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