2470: Bildungsministerin Karliczek (CDU) für Zentralabitur

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) spricht sich für das Zentralabitur aus. Damit unterstützt sie ihre baden-württembergische Amtskollegin Susanne Eisenmann (CDU). „Am Ende muss es nicht nur deutschlandweit dieselben Prüfungsaufgaben geben, sondern auch einheitliche Regeln dafür, welche Fächer ins Abitur eingebracht werden.“ Bislang erstellt jedes Bundesland eigene Abituraufgaben. Vor zwei Jahren haben die Bundesländer einen gemeinsamen Aufgabenpool für Mathe, Deutsch und Englisch eingeführt.

Das geht wohl noch nicht weit genug. Erstens greifen sich die Länder nur einen Bruchteil der Aufgaben heraus (Quote: etwa 15 Prozent). Zweitens können die Prüfer die Aufgaben abändern. Drittens bewerten die Länder die Ergebnisse unterschiedlich. Der Präsident des deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger kritisiert: „Welchen Sinn haben Aufgabenpools, wenn einzelne Bundesländer diese nicht in Anspruch nehmen beziehungsweise eigenmächtig nachträglich in Abiturbewertungen eingreifen.“

2017 hatte das Bundesverfassungsgericht festgestellt, dass die Bundesregierung handeln muss. Denn bei Studiengängen mit NC wie bei Medizin, sind Bewerber aus Bundesländern mit schwerem Abitur benachteiligt. Die besten Notenschnitte erzielt seit Jahren Thüringen vor Niedersachsen. Das Bundesverfassungsgericht verfügte deswegen, dass die Universitäten neben dem Abitur weitere Zugangskriterien wie Auswahlgespräche oder Tests anwenden müssen. (Ralf Pauli, taz 8.7.19)

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