2454: Gregor Gysi als Festredner der deutschen Einheit ?

Der ehemalige DDR-Bürgerrechtler und heutige Grünen-Politiker Werner Schulz wendet sich dagegen, dass Gregor Gysi (Die Linke) am 9. Oktober 2019 als Festredner beim Gedenkkonzert zum 30. Jahrestag der friedlichen Revolution in der Leipziger Peterskirche auftritt („Welt“, 29.6.19). Gysi sei Teil der SED-Nomenklatura und ein Gegner der deutschen Einheit gewesen. Die eigentliche Festrede zur Demokratie soll die ehemalige DDR-Bürgerrechtlerin Freya Kier im Leipziger Gewandhaus halten. Für seine Meinung führt Werner Schulz einige schlagende Argumente auf. Er war Mitglied des Bundestages und des EU-Parlaments.

1. Aus dem „Theater der Leipziger Geschichtsvergessenheit“ stammten schon der Streit um den Wiederaufbau der Universitätskirche, das Marx-Relief und der Bilderstreit über Werner Tübkes Auftragswerk „Arbeiterklasse und Intelligenz“.

2. Gregor Gysi habe trickreich einen Teil des SED-Vermögens „in Sicherheit“ gebracht.

3. Mit den Leipziger Montagsdemos habe Gysi gar nichts zu tun.

4. Bis heute vertrete Gysi den altbekannten Slogan, dass an der DDR nicht alles schlecht gewesen sei.

5. Die DDR sei kein Unrechtsstaat gewesen. Vielmehr sei Siegerjustiz eingezogen. Mit diesem Begriff wurde die Rechtsprechung der Alliierten gegen die Nazis diffamiert.

6. Unklar sei nach wie vor, ob Gysi Kontakt zur Stasi gehabt habe. Und wenn ja, welchen.

7. Unaufgeklärt sei auch, welche Rolle Gysi bei der Demo am 4. November 1989 gespielt habe.

8. Unklar sei ebenso, ob Gysi bei dem verzweifelten Versuch der SED/Stasi beteiligt gewesen sei, mit faschistischen Schmierereien am Sowjetischen Ehrenmal im Treptower Park die Rote Armee noch einmal zur Niederschlagung eines Volksaufstands wie 1953 zu provozieren.

Fazit: Als Redner zur deutschen Einheit ist Gregor Gysi denkbar ungeeignet.

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