2428: Brexit-Wahlkampf führt in den Abgrund.

Catrin Kahlweit (SZ 14.6.19) beschreibt die Verheerungen des Brexit Wahlkampfs. Gerade auf den Favoriten Boris Johnson geht sie ein.

„Als Journalist in Brüssel war Boris Johnson bekannt dafür, dass er Horror-Artikel über die Bürokratie zusammenschusterte, die ‚Times‘ feuerte ihn wegen ausgedachter Zitate, als Londoner Bürgermeister setzte er einige Megaprojekte in den Sand, als Außenminister fiel er durch Wurschtigkeit und mangelnde Detailkenntnis auf. Und in der Vote-Leave-Kampagne log er, dass sich die Balken bogen, Stichwort: das 350 -Milliarden-Versprechen auf einem roten Bus. Aber: der Mann kann Wahlen gewinnen, sagen sie bei den Tories, das habe er in London zwei Mal bewiesen. Und seine burschikose Art erreiche die Menschen.“

„Die Tories werden damit zu Anarchisten: Sie ahnen, dass sie für das Chaos stimmen. Aber es fühlt sich verdammt gut an.“

„Die Tories wollen sich selbst vor der Auslöschung und vor der Spaltung bewahren, indem sie einen Mann an die Spitze lassen, der – wenn es nach Charakter und Lebensleistung geht – nicht zum Premier taugt.“

Johnsons einziger Programmpunkt: Er werde den Brexit „abliefern“. Details stören da nur.

Es geht wohl nur darum, Nigel Farrages Siegeszug zu stoppen.

„Der Wahlkampf ist damit zum Rennen in den Abgrund geworden. Die politischen Botschaften werden danach beurteilt, ob sie mit dem Siegesversprechen auch die Partei revitalisiern können – selbst wenn der Sieg über Brüssel am Ende gar nicht errungen wird.“

„Wahrscheinlicher werden .. zwei Optionen. No Deal – oder No Brexit.“

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