2413: Stalins Gulag in Putins Russland

Die in Russland geborene und aufgewachsene US-Autorin Masha Gessen hat für ihr Buch „Die Zukunft ist Geschichte“ viele Preise erhalten. Nun legt sie gemeinsam mit dem Fotografen Misha Friedman einen Essayband vor:

Vergessen. Stalins Gulag in Putins Russland. München (dtv) 2019, 160 Seiten, 25 Euro.

Sie hat Stätten des Archipel Gulag (Stalins Massenmord in der Sowjetunion) aufgesucht und beschrieben. Vielfach liegen sie im heutigen Russland im Verborgenen. Gessen hat etwa Riesenhaufen von Schnürschuhen gefunden, wie wir sie aus Auschwitz kennen. Die Schuhhaufen von Butugytschag „hat niemand hier aufgeschichtet, um Besucher zu beeindrucken. Butugytschag ist von selbst zum Museum geworden. Nur kommt niemand dorthin, um die Ausstellung zu sehen.“

Nur wenige Menschen in Russland interessieren sich für Stalins Mordmaschine, mit der die Sowjetunion von 1930 bis 1953 überzogen wurde und Millionen gequält und getötet hat. Das ist von der Staatsführung so vorgesehen. Museen gibt es wenige. Es wird ein Geschichtsbild präsentiert, das besagt, den Archipel Gzulag habe es nun einmal gegeben, aber dies bedeute für Gegenwart und Zukunft nichts (Robert Probst, SZ 3.6.19).

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