2400: Katholische Täter bleiben ohne Strafe.

Zehn Jahre nach Bekanntwerden der vielfachen sexuellen Gewalt gegen Kinder und Jugendliche durch Mitarbeiter der katholischen Kirche in Deutschland sind strafrechtliche Konsequenzen weitgehend ausgeblieben. Nur gegen eine Handvoll Verdächtiger werden derzeit bundesweit Ermittlungen geführt. Einer im September 2018 vorgestellten Studie zufolge waren in den vergangenen Jahrzehnten 3.677 Kinder und Jugendliche von 1670 Klerikern missbraucht worden.

Der Leiter der Studie, Harald Dreßing, streitet mit der Kirche darüber, wie konsequent die Aufklärung des Missbrauchs vorangetrieben wird. Dreßing kritisierte, er könne „bisher keine gemeinsame Strategie“ der Bischöfe bei der weiteren Erforschung der Gewalt und den Konsequenzen daraus erkennen. Die Aufarbeitung müsse „überregional erfolgen, nach einheitlichen Standards und unter Einbeziehung der Betroffenen“. Dabei müssten auch Verantwortliche benannt werden, die „in Amt und Würden sind“. Bischofskonferenz-Sprecher Matthias Kopp wies die Vorwürfe zurück. Man habe einen Maßnahmekatalog beschlossen, der „kontinuierlich bearbeitet“ werde (SZ 22.5.19).

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