2379: Heidegger hasste den Journalismus und das Feuilleton.

Was eine Philosophie wie die Martin Heideggers (1889-1976) taugt, die zu dem Ergebnis kommt, „den Führer führen zu wollen“ (1933), ist (hoffentlich) bekannt. Aus seinen „Schwarzen Heften“ ist zu ersehen, dass Heidegger den Journalismus und speziell das Feuilleton hasste und der Meinung war, die Juden seien an allem schuld (Willi Winkler, SZ 10.5.19).

„Das Weltjudentum, aufgestachelt durch aus Deutschland hinausgelassenen Emigranten, ist überall unfassbar und braucht sich bei aller Machtentfaltung nirgends an kriegerischen Handlungen zu beteiligen, wogegen uns nur bleibt, das beste Blut der Besten des eigenen Volkes zu opfern.“

„Film und Funk enthüllen sich als die eigentlichen, weil technischen Instrumente des Journalismus. Dessen Wesen besteht nicht in der Zeitungsschreiberei, sondern in der Veralltäglichung des Täglichen im Weltalter des Gestells. Zeitung und Zeitschrift treten in die Dienstbarkeit zu Film und Funk. Das Wesen des Journalismus entspricht der im Gestell gewillten ständigen Zustellung der Bestandssicherung der je gerade gegenständigen Bestände der Öffentlichkeit.“

„Aber das Schlimmste an der Zeitung sind nicht die Mord- und Skandalgeschichten, sondern das Feuilleton, weil es sich ausgibt, als wahre es den Geist -; aber es ist nicht nur eine Historie über Morde und Skandale; es ist selber der Mord des Denkens und der Skandal des Geistes.“

Als diejenigen, die den Journalismus und gerade das Feuilleton schätzen, können wir stolz darauf sein, als Gegner Heideggers identifiziert zu werden. Sein kümmerlicher, verklemmter Stil lässt sehr tief blicken.

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