Der Neo-Nationalismus und Rechtspopulismus verbreitet sich (von Ausnahmen abgesehen) über die ganze Welt. Seine Anhänger sind durch einige Punkte gekennzeichnet:
– Leugnung des Klimawandels,
– Fremdenfeindlichkeit,
– Ablehnung des Freihandels.
Am Tag der Pressefreiheit, dem 3. Mai, können wir die
– Medienhetze
dazu zählen. Ein FPÖ-Aufseher des österreichischen Rundfunks ORF hat dessen Moderator Armin Wolf empfohlen, eine Auszeit zu nehmen. Der hatte dem FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky in einer Nachrichtensendung ein Plakat der FPÖ-Jugend gezeigt. Darauf wird ein blondes Paar in Tracht von Ausländern bedrängt, die niederträchtig und dumm aussehen. Danach hatte Wolf eine Darstellung des SS-Blatts „Stürmer“ gezeigt. Kurz zuvor hatte ein FPÖ-Politiker Migranten mit Ratten verglichen.
Der tschechische Präsident Milos Zeman hat eine Kalaschnikow-Attrappe „für Journalisten“ präsentiert. Donald Trump bemüht sich nach Kräften, die Medien permanent zu erniedrigen, damit ihnen keiner glaubt, wenn sie etwas gegen Trump in der Hand haben. Von El Paso bis Chemnitz nehmen die tätlichen Angriffe auf Journalisten zu. In Mexiko knallen Kartelle Journalisten auf offener Straße ab. Weltweit befinden sich 334 Journalisten wegen ihres Berufs in Haft. 2018 sind 80 Journalisten bei der Ausübung ihres Berufs ums Leben gekommen. Anscheinend sind besonders Online-Journalisten gefährdet. Und China, Ägypten, Iran und Saudi-Arabien bereiten neue Repressionen für Journalisten vor.
In Zeiten, in denen die Spaltung der ganzen Weltgesellschaft immer weitergeht, ist ein Journalismus unverzichtbar, der Informationsströme professionell und kundig ordnet.
Filterblasen führen nur zum Hass und zum Krieg.
(Lennart Glaser, taz 18./19.4.19; Nicolas Richter, SZ 3.5.19)