Rolf Schwanitz (SPD) war von 1998 bis 2002 Ost-Beauftragter der Bundesregierung. Er schreibt am 3. März 2019 in der „FAS“ über die Treuhandanstalt und räumt dabei mit dem Märchen auf, dass die DDR-Wirtschaft leistungsfähig gewesen sei. Diese Geschichte wird auch heute noch von der Partei „Die Linke“, aber auch von der AfD und Pegida, aufgewärmt:
1. Es geistert aktuell wieder die Legende von der effizienten DDR-Wirtschaft durch die Diskurse.
2. Es handelte sich um eine real sozialistische Wirtschaft. Die Betriebe waren enteignet. Der zentrale Planungswahn trennte die Unternehmen vom Markt.
3. Die Menschen, die in den Betrieben unter solchen Bedingungen arbeiten mussten, trugen für die Fehler keine Verantwortung.
4. Nach der Entmachtung Walter Ulbrichts 1971 wurde unter Erich Honecker die „Einheit von Wirtschafts- und Sozailpolitik“ propagiert. In den Worten von Gerhard Schürer, von 1965 bis 1990 Chef der Staatlichen Planungskommission, „Konsumsozialismus“.
5. Dies war von der DDR-Wirtschaft nicht zu finanzieren.
6. Technologisch hinkte die DDR-Wirtschaft hinter dem Weltniveau hinterher.
7. Entscheidend war der Rückstand bei der Arbeitsproduktivität.
8. Die SED argumentierte beispielsweise mit der Zahl der Roboter. Dabei wurden Melkmaschinen mitgezählt.
9. Die SED unter Honecker fürchtete sich vor Arbeiterprotesten wie am 17. Juni 1953.
10. Deswegen wurden vielfach Preise subventioniert: für Grundnahrungsmittel, Mieten, Bungalows, Zement, Dachziegel, Fliesen, Boote, Klaviere u.a.
11. Das war schon deswegen Unsinn, weil die DDR-Bürger überwiegend ordentliche Einkommen hatten, für die sie sich nur nichts kaufen konnten.
12. Ökonomisch hilfreich waren West-Päckchen, DM-Umsätze in Intershops etc.
13. 1988 wurden 28 Millionen solcher Postsendungen gezählt mit einem geschätzten Gesamtwert von mehr als fünf Milliarden DDR-Mark.
14. Bei Kompensationsgeschäften, bei denen Westimporte mit Warenexporten bezahlt werden konnten, brachte beispielsweise der importierte VW Golf Unmut in der Bevölkerung, weil nur wenige etwas davon hatten.
15. Hätte man die Anteilsrechte an der Treuhand nur an die DDR-Bevölkerung verkauft, hätte der Einzelne dadurch 22.ooo DM Schulden bekommen.