Der 2014 des Dopings überführte österreichische Skilangläufer Johannes Dürr hatte die Behörden informiert. Bei Hajo Seppelt in der ARD und in der SZ (23./24.2.19) hatte er sein Geständnis wiederholt. Nun haben die österreichischen Behörden zugegriffen. Mit Methoden, die ansonsten bei der Verfolgung der Mafia angewandt werden.
Als sie sein Zimmer betraten, hing der österreichische Langläufer Max Hauke noch an seiner Eigenblut-Infusion. Bei der Razzia in Seefeld wurde eine Zentrifuge und mehrere Dutzend Blutbeutel gefunden. Die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) verfügt über zehntausende von Blutprofilen. Insofern können die Beutel mittels DNA-Test ihren Besitzern zugeordnet werden.
Neben Hauke wurden in Seefeld verhaftet: Dominik Baldauf (Österreich), Karel Tammjarv und Andreas Verpalu (Estland) und Alexej Poltoranin (Kasachstan). Sie wissen, dass man ohne Doping im internationalen Spitzensport nicht vorne liegen kann. Gegenwärtig werden sie verhört. Bisher schien das Doping-Zentrum ja in Spanien (bei Eufemio Fuentes) zu liegen. Als dort herauskam, dass der neben Radsportlern auch Tennisspieler und Fußballer „betreut“ hatte, verhinderte die spanische Justiz jede weitere Aufklärung. Sie gilt als besonders korrupt.
Nunmehr liegt das Doping-Zentrum in Deutschland, im schönen thüringischen Erfurt. In der Praxis von Mark Schmidt. Er war schon vor Jahren von Radprofis beschuldigt worden, als Teamarzt von Gerolsteiner in Dopingpraktiken verwickelt gewesen zu sein. Es passierte: nichts! Natürlich hatte und hat Schmidt viele Helfer. Einige davon sind ebenfalls schon verhaftet worden. Vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), vom thüringischen Landessportbund (LSB Thüringen) und vom Österreichischen Skiverband (ÖSV) liegen bereits die üblichen Lippenbekenntnisse vor, andere Athleten aus dem eigenen Verband seien nicht betroffen (Thomas Kistner, SZ 1.3.19; Johannes Aumüller, SZ 1.3.19).
Der internationale Hochleistungssport ist insgesamt so korrupt, dass er moralisch nicht mehr zu retten ist. Seine Helfer: IOC-Präsident Thomas Bach (Deutschland) und der russische Präsident Wladimir Putin.