2305: Brumlik: Göttinger Friedenspreis angemessen vergeben

Der ehemalige Leiter des Fritz-Bauer-Instituts und „taz“-Kolumnist Micha Brumlik, der in Heildelberg und Frankfurt an der Universität Pädagogik gelehrt hat, findet die Vergabe des Göttinger Friedenspreises (durch die Stiftung Roland Röhl) an die „Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost“ angemessen. Zwar unterstütze sie die Israel-Boykott-Bewegung BDS („Boycott, Divestment an Sanctions“) in Menschenrechtsfragen, was an den „Judenboykott“ von 1933 erinnere, aber sie stelle die Existenz Israels nicht in Frage. BDS wird durchaus kritisch bewertet (vgl. Thorsten Schmitz, SZ 28.1.19). Außerdem werde nicht der BDS ausgezeichnet, sondern die „Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost“, so Brumlik.

Micha Brumlik versteht nicht, wie liberale Personen wie die Göttinger Universitätspräsidentin Prof. Dr. Ulrike Beisiegel und der Göttinger Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler ihre Unterstützung der Preisverleihung zurückziehen können. Ob die Forderung nach einem gerechten Frieden zwischen Juden und Palästinensern bereits als antisemitisch gelte? Der Zentralrat der Juden in Deutschland und einige FDP-Politiker hatten gegen die Preisverleihung protestiert. Die Preis-Jury unter ihrem Vorsitzenden Andreas Zumach, einem Genfer Korrespondenten, der selbst den Preis 2009 erhalten hatte, hatte an ihrer Entscheidung festgehalten.

Brumlik: Blieben Stadt und Universität bei ihrer Meinung, „stünde fest, dass sie sich vom niedersächsischen  Göttingen aus in den israelischen Wahlkampf einmischen – zugunsten des amtierenden Premiers Benjamin Netanjahu und seiner Verbündeten. Das kann nicht im Sinne von Stadt und Universität sein.“ (taz 25.2.19)

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