Vor einem New Yorker Bundesgericht hat der Regisseur Woody Allen, 83, die Amazon Studios auf 68 Millionen Dollar Schadensersatz verklagt. Obwohl Allen in allen Prozessen freigesprochen worden war, habe Amazon Studios Gerüchte zum Anlass genommen, Verträge mit ihm über die Produktion von vier Filmen zu lösen. „Amazon hat versucht, den Vertragsbruch durch eine 25 Jahre alte, nicht bewiesene Anschuldigung zu rechtfertigen. Die Anschuldigung war Amazon (und der Öffentlichkeit) aber lange bekannt, als das Unternehmen die vier Verträge mit Herrn Allen schloss.“
Dahinter verbergen sich Missbrauchsvorwürfe aus den Jahren 1992 und 1993. Damals hatte Allens „Lebensgefährtin“ Mia Farrow den Regissseur beschuldigt, ihre gemeinsame, sieben jahre alte Stieftochter Dylan auf dem Dachboden begrapscht zu haben. Allen warf Farrow später vor, den Angriff erfunden zu haben, um sich für seine Beziehung zu ihrer Adoptivtochter Soon-Yi Previn, seiner heutigen Frau, zu rächen.
Die #MeToo-Bewegung sowie ein Gastbeitrag von Allens und Farrows Sohn Ronan im „Hollywood Reporter“ hatten den angeblichen Skandal im vergangenen Jahr nochmals hochgekocht. Die Amazon Studios strichen Allen die Produktion von „A Rainy Day in New York“. Woody Allen hatte die Romantikkomödie mit Jude Law, Selena Gomez und Timothée Chalamet zwei Wochen abgeschlossen, bevor Harvey Weinstein des vielfachen Missbrauchs bezichtigt wurde. Chalamet distanzierte sich von Allen und gab seine Gage an einen Verein für Vergewaltigungsopfer (Christiane Heil, FAZ 9.2.19).