Wie wichtig Qualitätsjournalismus für das Funktionieren der Demokratie ist, sehen wir an Russland und China, wo es keine Pressefreiheit gibt. Dafür Propaganda. In den USA wird die Qualität des Journalismus permanent durch die hohe Medienkonzentration gefährdet. Da ist die Krise des „Spiegels“ nach 60 Betrugsgeschichten eine Katastrophe für den deutschen Qualitätsjournalismus. Das SZ-Magazin hat ebenfalls zwei gezinkte Interviews gebracht. Und Laura Hertreiter behauptet (SZ 21.12.18), dass der betrügerische Reporter auch bei der „taz“ und der „Welt“ gearbeitet hat. Das alles muss akribisch aufgeklärt werden. Die Krise trifft den „Spiegel“ im größten Umbau seiner Geschichte. Welche Verantwortung hatte die Redaktion? Welche die Chefredaktion? Der betrügerische Journalist hat inzwischen vier von ihm gewonnene Reporterpreise von sich aus zurückgegeben. Haben die deutschen Journalistenpreise das Fehlverhalten begünstigt? Fragen über Fragen. Alles muss auf den Tisch (David Denk/Angelika Slavik, SZ 20.12.18; David Denk, SZ 21.12.18; das Interview von Ralf Wiegand mit Juan Moreno in der SZ vom 21.12.18).