2194: „Kollaborative Intelligenz“ einsetzen

Paul Daugherty ist Cheftechnologe der Unternehmensberatung Accenture. Weltweit berät er Unternehmen und Regierungen über die informationstechnische Transformation. „Künstliche Intelligenz“ (KI) bezeichnet er hauptsächlich als „kollaborative Intelligenz“, weil sie in den meisten Fällen menschliche Arbeit nicht ersetzt, sondern erleichtert und ergänzt. Nach seiner Meinung lässt sich menschliche Arbeit zu 15 Prozent automatisieren.

Alexander Armbruster hat Daugherty für die FAZ (10./11.11.18) interviewt. Ich bringe hier im Wesentlichen Ausschnitte aus den Antworten Daughertys.

Zum Journalismus: „Ich denke, dass, ähnlich wie das in anderen Berufen der Fall ist, Sie bei der Ausübung ihrer Tätigkeit immer stärker durch Technologie unterstützt werden. Ich bin jedoch überzeugt, dass wir auf lange Sicht weiterhin Journalisten brauchen werden. … Anstatt Angst vor neuen Technologien zu haben, sollten sich die Menschen lieber mit ihnen befassen und verstehen, was sie wirklich bewirken. Für einen Journalisten sind sie Werkzeuge, die ihm helfen, mit der Zeit immer besser zu werden.“

Nach Daughertys Meinung verschwinden auch die Berufe des Bäckers, Polizisten, Portfoliomanagers und Beraters (Consultant) nicht, verändern sich aber teilweise umfassend.

Für Daugherty gibt es zwei zentrale Aufgaben:

„Es gibt zwei große Aufgabenbereiche: Der erste ist Umschulung und Weiterbildung. Schon heute gibt es unter allen Erwerbstätigen jene, denen wir neue Fähigkeiten vermitteln und sie so fit für das KI-Zeitalter machen müssen. Und es gibt Menschen, deren Arbeit dauerhaft durch KI verdrängt wird – das sind die 15 Prozent über die wir bereits sprachen. Wir müssen dafür sorgen, dass jeder der Betroffenen auch in der neu entstehenden Wirtschaftsordnung seinen produktiven und effektiven Beitrag einbringen kann. … Es wurde schon aus den unterschiedlichsten Disziplinen heraus über die Bedeutung der Ethik debattiert. Für uns lässt sich das auf die folgenden fünf Kernprinzipien reduzieren:

– Rechenschaftspflicht,

– Transparenz,

– Ehrlichkeit,

– Fairness

– und ein an den Bedürfnissen der Menschen orientiertes Design.

Ohne einen Kodex für den verantwortungsvollen Umgang mit KI kommt heute keine Organisation mehr aus.“

 

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