2182: Russische Medien in Berlin

Das Nachrichtenportal T-online hat über „Russlands heimliche Nachrichtenzentrale in Berlin“ berichtet. Gemeint ist damit die „Maffick GmbH“, zu der etwa der Facebookkanal „In the Now“ und die Plattformen „Ruptly“ und „Redfish“ gehören. Sie residieren am Potsdamer Platz. Dort arbeitet auch Personal, das früher bei „Russia Today“ (heute: „RT“) tätig war. Diese Zusammenhänge versuchen die Firmen zu verschleiern. Sie senden auf Englisch und betreiben gern Desinformation.

Dabei werden auch Fälschungen eingesetzt. Etwa ein Video über eine angebliche Feministin, die Männern in der U-Bahn gegen das „Manspreading“ Bleichmittel in den Schritt gießt. Beliebt sind auch gefakte Vergewaltigungen. Probates Mittel: Verschwörungstheorien. Meistens richtet sich die „Berichterstattung“ im Ergebnis

gegen die USA, Hollywood, die Wallstreet und Juden.

Angeblich geht es bei allem um „Gegenöffentlichkeit“ und gegen „Systemmedien“. Hier trifft sich diese Art von „Berichterstattung“ mit den Bemühungen der AfD um eigene Anti-System-Medien. Auf einer ähnlichen Linie liegt Donald Trump in seinem Kampf gegen die „New York Times“, die „Washington Post“ und andere etablierte Massenmedien in den USA. Manchmal sehen wir auch Wladimir Putin mit nacktem Oberkörper baden gehen … Laut „Reporter ohne Grenzen“ liegt Russland bei der Pressefreiheit auf Platz 148 von 180.

Inzwischen fordert die FDP Aufklärung. Der Vize-Fraktions-Chef Alexander Graf Lambsdorff sieht in den Kanälen „nachrichtliche Dienste“, deren Ziele „Diversion und Desinformation“ seien. Der Leiter der Russisch-Redaktion der Deutschen Welle, Ingo Manteuffel, spricht sogar von „hybrider Kriegsführung“. Die Plattformen genießen das deutsche Recht auf freie Meinungsäußerung (Art. 5 GG) und die unbegrenzten Möglichkeiten der digitalen Verbreitung (Thorsten Schmitz, SZ 2.11.18).

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